INTERMOT Motorradmesse im Wandel – Termin auf 2027 verschoben
Die INTERMOT Motorradmesse in Köln hat einen deutlichen Kurswechsel und Umstrukturierung angekündigt. Der geplante Termin im Dezember 2026 wird auf den 12. bis 14. Februar 2027 verlegt. Damit rückt die bisherige Leitmesse der internationalen Motoradszene massiv ins erste Quartal des Jahres.
Für viele Branchenkenner ist diese Entscheidung ein starkes Signal, dass auch große Messeformate auf Veränderungen im Markt reagieren müssen. Die Messeveranstalter sprechen selbst von einem „bewussten Neustart“ und wollen der INTERMOT wieder neues Leben einhauchen.
Warum die INTERMOT nicht mehr im Dezember stattfindet
Die Entscheidung, den Dezember-Termin aufzugeben und die komplette Ausgabe auf 2027 zu verschieben, hat mehrere Gründe. Ein zentraler Aspekt ist die zunehmende Belastung des Messekalenders gegen Ende des Jahres. Zudem werden viele Motorradneuheiten bereits auf der EICMA in Mailand präsentiert, was den traditionellen Vorteil der INTERMOT als Ort für Deutschland-Premieren verringert. Mit der Verschiebung auf Februar will die Messe nun früher im Jahr Sichtbarkeit schaffen. Jedoch läuft sie gleichzeitig Gefahr, den Zeitpunkt für die Premiere neuer Modelle in Deutschland zu verpassen.
Strukturwandel und Wettbewerbsdruck für Messeformate
Der Terminwechsel bringt Köln nun in eine bereits sehr dichte Phase des Motorrad-Eventkalenders. Bereits im Februar finden andere große Messen wie die moto.austria in Wels oder die IMOT in München statt. Das kann sich besonders auf Ausstellerorganisation, logistische Planung und Besucherauslastung auswirken. Bereits 2025 ist die INTERMOT auf 2 Hallen geschrumpft. 2027 soll sie zusätzlich von vier auf drei Tage verkürzt werden und als Publikumsmesse fungieren. Die Organisatoren müssen nun einen Weg finden, um diese Motorradmesse gänzlich neu zu positionieren, um nicht an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
Intermot vs. moto.austria – zwei Messen, ein Markt
Die moto.austria in Wels hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Neben der heimischen Szene in Österreich ist sie zum Big Player für Aussteller und Besucher aus dem benachbarten Ausland geworden. Während die INTERMOT traditionell als große internationale Leitmesse galt, punktet die moto.austria mit Nähe zur Community, kompakter Organisation und einem Termin zu einer Zeit, in der der Saisonstart für viele Motorradfahrer*innen bereits in der Planung ist.
Mit der Verlegung der INTERMOT in den Februar rückt sie zeitlich sehr eng an die moto.austria heran. Diese Nähe im Kalender sorgt für ein Spannungsfeld, denn Aussteller müssen Ressourcen, Personal und Messebudgets in kurzer Folge für mehrere Großveranstaltungen einplanen.
INTERMOT 2027 - Ein Wendepunkt im Messejahr
Die Verschiebung der Intermot auf Februar 2027 ist mehr als nur ein Terminwechsel. Sie markiert einen strukturellen Wendepunkt im Messekalender der Zweiradwelt. Zwar bietet sich die Chance, eine stärkere Präsenz von Händlern, Fach- und Endverbrauchern zu erreichen, jedoch bleibt das Risiko, dass durch die veränderte Positionierung die Attraktivität verebbt. Speziell dann, wenn Besucher und Aussteller sich langfristig stärker auf andere Events ausrichten. Februar hat somit eine noch höhere Dichte an Motorradmessen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die unterschiedlichen Messeformate entwickeln.
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